Sabine Grünewald-Hilken

Beisitzerin im Kreisvorstand Ostallgäu und Finanzbeauftragte im Ortsvorstand Buchloe

„Jammern allein über die Schieflage der Welt bringt gar nichts. Veränderung entsteht nur durch eigenes Aktivwerden.“

Warum hast Du Dich für ein Engagement bei den Grünen entschieden?

Sabine und grün, das passt zusammen – nicht nur vom Nachnamen her. Schon von Kindesbeinen an waren mir Umwelt und Tiere überaus wichtig. So sammelte ich als Kind verwahrloste Katzen ein und bot ihnen einen Unterschlupf bei uns zu Hause, sehr zur Freude meiner Eltern.

Meine Werte sehe ich ganz klar bei den Grünen vertreten: Nachhaltig. Ganzheitlich. Gerecht und tolerant. Das bin ich und das sind die Grünen. Und so bin ich sehr gerne mit Herzblut dabei.
Denn eines ist klar: Jammern allein über die Schieflage der Welt bringt gar nichts. Veränderung entsteht nur durch eigenes Aktivwerden. Und das möchte ich tun.

Was ist aus Deiner Sicht die größte Chance, die wir als Gesellschaft in den nächsten Jahren ergreifen müssen?

Dass die Klimakrise und die Notwendigkeit ihrer Bekämpfung nicht zuletzt mit dem Bundesverfassungsgerichtsurteil in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und von der breiten Mehrheit der Gesellschaft anerkannt wird, ist eine riesige Chance, das Problem endlich konstruktiv anzugehen. Dabei wichtig: Die Erde braucht uns nicht. Sie hat schon Schlimmeres gesehen. Aber wir brauchen die Erde.
Dabei liegt die Verantwortung liegt nicht primär bei Einzelpersonen, sondern bei der Politik- und die muss schnellstens handeln.

Was ist für Dich die größte Herausforderung, die uns politisch in den nächsten Jahren bevorsteht?

Wir erleben in Corona-Zeiten bereits nahezu Triage-ähnliche Zustände im Krankenhaus. Die gesundheitliche Versorgung wird durch die Klimakrise extremst auf Messers Schneide stehen: durch weitere Krankheiten, mehr Pandemien, mehr Extremwetterlagen, mehr Hitzetote. Was, wenn meine Eltern krank sein werden und aufgrund von Abwägungen keine medizinische Versorgung erhalten? Die Frage mag ich mir gar nicht stellen. Aber sie zeigt: Wir alle sind betroffen. Und daher gilt es JETZT, die richtigen Weichen zu stellen. Und alle dabei mitzunehmen: Politiker*innen, Unternehmen, Bürger*innen. Die Klimakrise ist nicht ein Problem neben anderen. Sie ist DAS Problem, denn sie bedroht die Plattform, auf der wir leben. Und tatsächlich gibt es keine Alternative zur Erde. Lösen wir die Klimakrise nicht, schafft die Menschheit sich ab.

Wenn Du 3 (politische) Wünsche frei hättest, welche wären das?

  • schnellstmögliches wissenschaftsbasiertes und global übergreifendes Durchgreifen zur Bekämpfung der Klimakrise
  • Lobbyismus ehrlich transparent gestalten
  • Gleichberechtigung aller Menschen, kein Platz für Rassismus

Welche persönlichen Ziele leiten Dein Engagement bei den Grünen?

Meine Ziele sind:

1. Eine bewohnbare Welt hinterlassen.
Ich bin Mama von 3 Kindern. Wenn sie erwachsen sind, werden sie wesentlich mehr Extremwetterereignisse erleben als ich. Sie werden Kriege miterleben müssen um Trinkwasser und Nahrung. Die Klimageflüchteten müssen irgendwo hin.
Wir müssen die Auswirkungen begrenzen, soweit es geht. In 20 Jahren möchte ich meinen Kindern sagen können: Ja, ich habe alles in meiner Macht Stehende getan, als ich wusste, dass die Eisberge schmelzen.

2. Gerechtigkeit erreichen.
Ungerechtigkeit – als Oberbegriff für Rassismus, Unterdrückung, Sklaverei, unfaire Arbeitsbedingungen oder keine Umsetzung einer wirklichen Inklusion – kann ich einfach nicht aushalten. Hier muss sich in vielen Richtungen etwas ändern, und genau für diese Veränderung setze ich mich ein.

Wenn Du zurückblickst, auf was bist Du in Deinem Leben bisher so richtig stolz?

Stolz macht mich, wie viel Kraft ich in stürmischen Zeiten entwickeln kann. Nicht aufzugeben. Nicht den leichtesten, sondern den richtigen Weg zu gehen.
Diese Erfahrungen haben mich zu einer starken Persönlichkeit geformt, die sich für ihre Überzeugungen einsetzt und auch mal gegen den Strom schwimmt.

Was bedeutet es für Dich, ein „nachhaltiges Leben“ zu führen?

Mir geht es nicht um 100 % und Perfektsein. Vielmehr ist es der bewusste Einkauf, der bewusste Genuss, der bewusste Flug.
Mir helfen die Fragen: Brauche ich das wirklich? Muss ich tatsächlich fliegen oder gibt es auch eine Zugverbindung? Kann ich einen Weg statt mit dem Auto mit dem Fahrrad erledigen?
Ich lebe nahezu vegetarisch und probiere viele vegane Alternativen aus. Und so hat sich der Anteil tierischer Produkte um etwa 80 % reduziert. Der Sonntagsbraten ist doch in Ordnung. Aber eben nicht täglich. Auch was im Sommer auf dem Grill landet, hat sich bei mir grundlegend geändert. Das Konzept der Planetary Health Diet finde ich dabei ganz passend. Und so fahre ich auch gerne Zug, wie bspw. mit Kind und Kegel in den Urlaub an die Nordsee. Wir haben auch ein Paket mit Kleidung vorausgeschickt. Es geht.

Welches Lebensmotto hast Du?

Es gibt nicht ein Motto, dem ich treu folge. Was sich aber durch mein Leben zieht ist folgender Gedanke: Kritik ist kostenlose Beratung.