Das Virus kennt keine Grenzen: Online-Gespräch mit österreichischem Gesundheitsminister

Österreichs Gesundheitsminister Rudi Anschober war zu Gast in einer Online-Diskussion mit Christina Haubrich, unserer gesundheitspolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion. Zahlreiche interessierte Zuschauer verfolgten die Diskussion zu den aktuellen Maßnahmen, die unter dem Titel „Das Virus kennt keine Grenzen“ vergangene Woche in einer digitalen Videokonferenz stattfand. Neben der Öffnung der Skigebiete und des Wintertourismus waren auch die Massentests, der österreichische Lockdown sowie die Versorgung der Covid-Patient*innen Gesprächsthema.

Grenzüberschreitender Online Talk zur Pandemielage

Rudi Anschober berichtete, dass der Teillockdown in Österreich zwar Wirkung zeige, man sich aber nicht auf den Erfolgen der letzten Wochen ausruhen dürfe. „Die Lage in den österreichischen Spitälern spitzt sich weiter zu. Schon jetzt sind deutlich mehr als die Hälfte aller Intensivbetten mit Covid-Patienteninnen belegt. Ohne Lockdown wäre unser Gesundheitssystem kollabiert“, so Anschober. Auch von den sogenannten Querdenkern und Corona-Leugnern halte er nicht viel. „Wer Corona immer noch mit einer Grippe vergleicht hat den Ernst der Lage nicht verstanden.“ Aufgrund seiner harten Linie gegen Rechte und Verschwörungsmystiker erhält Anschober Morddrohungen und steht derzeit unter Polizeischutz.

Skitourismus dieses Jahr stark eingeschränkt

Beim Thema Skifahren war sich Anschober sicher, dass der große internationale Skitourismus in diesem Jahr eher nicht stattfinden wird, sondern regionale Modelle mit stark eingeschränkten Kapazitäten und vor allem ohne Après-Ski Events. Anders als in Bayern sollen in Österreich die Skigebiete bereits ab Weihnachten wieder öffnen dürfen – allerdings wird aufgrund durch Quarantänebestimmungen fast ausschließlich Inlandstourismus möglich sein. Die Enklaven Jungholz und Kleinwalsertal richten sich nach den Bayerischen Bestimmungen und betreiben die Lifte erst wieder im Januar 2021.

Task Force für Grenzregionen

Christina Haubrich betonte im Gespräch, dass die Kommunikation über Landesgrenzen hinweg zur Pandemiebekämpfung unerlässlich ist. „Während wir im Frühjahr eine Vielzahl von Alleingängen der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten erleben konnten, so ziehen wir als EU nun an einem Strang. Komplette Grenzschließungen konnten so verhindert werden“, erklärte Haubrich. So fordern die Grünen im Landtag zur Sicherstellung einer guten, grenzüberschreitenden Koordination von Infektionsschutzmaßnahmen, jeweils an angrenzenden Nachbarstaaten eine Task Force einzurichten. „Die jeweilige Task Force soll unter Berücksichtigung des konkreten Infektionsgeschehens in der Grenzregion das Ergreifen von Maßnahmen koordinieren und dabei die weitmöglichste Wahrung der Freizügigkeit im Schengenraum sicherstellen“, betonte Haubrich. „Das Virus kennt keine Grenzen und so müssen wir auch über Grenzen hinweg zusammenarbeiten.“

Das komplette Gespräch mit Rudi Anschober kann auf Facebook nochmal angeschaut werden.

https://www.facebook.com/100021398805298/videos/748271505896136/

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