Alexandra Boneff

„Mir ist wichtig, dass meine Wahlheimat Allgäu für die Allgäuer selbst eine lebenswerte Heimat bleibt und sich der Tourismus nachhaltig sowie naturverträglich weiterentwickelt und die Arbeitsplätze in der Region erhalten bleiben. Dabei ist mir der Ausbau der diversen Mobilitätskonzepte wichtig, von Carsharing, Rufbussen, bessere Zugverbindungen und -Anbindungen, enger getakteter ÖPNV, Radwegenetzen und Parkraummanagement. Der Schutz unserer Lebensgrundlagen, der Natur, des Klimas und der Artenvielfalt ist meine Motivation.“

1. Warum hast Du Dich für ein Engagement bei den Grünen entschieden?

Ich bin Mutter von vier Kindern und seit ich wählen darf, GRÜNEN-Wählerin. Das Allgäu ist für mich einer der schönsten Orte in Bayern, meine Wahlheimat und mein ganz persönlicher Kraftplatz. Deshalb bin ich auch genau hierher gezogen, weil mir die Natur, die Berge und vor allem die Menschen hier wichtig sind. Aber ich möchte nicht nur Nutznießerin sein, sondern etwas zurückgeben  und dazu beitragen, auch für die nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu erhalten. Fridays for Future haben mir gezeigt, dass es auch für mich höchste Zeit ist, sich aktiv für klimaschonende Politik einzusetzen, die Flüchtlingskrise hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich auch für sozial Schwache und effektive Integration zu engagieren und meine Kinder haben mir gezeigt, dass noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist, damit Mensch versteht, dass jeder auch bei sich anfangen muss, z.B. bei der Ernährung. Die Grünen sind die Partei, in der ich mich am besten aufgehoben fühle und in der ich mich für meine Ziele einsetzen kann.

2. Was zeichnet Deiner Meinung nach die grüne Partei besonders aus?

Die Grünen sprechen als einzige Partei ganz klar aus, dass es ohne Änderung des eigenen Verhaltens und klaren Regeln für alle nicht geht. Außerdem sind sie eine feministische Partei, in der dank des Frauenstatut  Frauen eine Chance erhalten, Verantwortung zu übernehmen. Sie ist außerdem die einzige Partei, die sich schon seit Jahren glaubhaft und überzeugend für Klima-, Natur- und Tierschutz einsetzt und auch die sozialen Aspekte nicht vernachlässigt.

3. Welche (politische) Persönlichkeit bewunderst Du und warum?

Katharina Schulze,  da sie eine ungeheuer fröhliche, motivierende und überzeugende Art hat. Außerdem schätze ich Robert Habeck mit seiner Sachlichkeit, seinem Wissen, seiner klaren Sprache und Ruhe sehr.

4. Was ist aus Deiner Sicht die größte Chance, die wir als Gesellschaft in den nächsten Jahren ergreifen müssen?

Mit Hilfe der Digitalisierung müssen wir das Schulsystem reformieren, die Lehrpläne anpassen, um Klimaschutz, eigenes Verhalten, eigene Ernährung und Themen wie Rassismus und Ausgrenzung mehr in den Fokus zu rücken und den richtigen Umgang mit sozialen Medien zu lehren.  Es darf nie wieder passieren, dass in einer Krise wie Corona, die Jüngsten  und Schwächsten unserer Gesellschaft isoliert und auf sich gestellt werden. Wir müssen es schaffen, dass sich die Gesellschaft nicht noch mehr spaltet, sondern wieder solidarischer wird.

5. Was ist für Dich die größte Herausforderung, die uns politisch in den nächsten Jahren bevorsteht?

Die Verhinderung, dass die soziale Schere noch weiter auseinandergeht, die Sicherung der Renten, der Schulbildung für alle Mitglieder der Gesellschaft und der Kampf gegen Rassismus und Rechtextremismus. International ist die größte Herausforderung, mit gezielten Maßnahmen die Fluchtursachen in den Schwellen- und Dritte-Welt-Ländern zu bekämpfen und den dort lebenden Menschen Perspektiven im eigenen Land zu bieten.

6. Wenn Du 3 (politische) Wünsche frei hättest, welche wären das?

  • Respektvoller Umgang miteinander auf Sachebene
  • Alle Parteien erkennen die Notwendigkeit von Klimaschutz und setzen die dazu nötigen Maßnahmen zügig um
  • Die europäischen Staaten finden mehr zueinander und ziehen beim Klimaschutz, der Wirtschafts- und in der Flüchtlingspolitik an einem Strang.

7. Welche persönlichen Ziele leiten Dein Engagement bei den Grünen?

Solidarität untereinander im Kreisverband. Hier ist es mir insbesondere wichtig, miteinander zu reden, in Dialog zu treten, gegenseitige Vorbehalte abzubauen, einander zu helfen und Bürger davon zu überzeugen, selbst aktiv zu werden, um die Natur hier, das große Kapital des Allgäus sowie die Arbeitsplätze zu schützen und das Allgäu sowohl für Einheimische als auch Touristen als lebenswert zu erhalten.

8. Wenn Du Landrat im Ostallgäu wärst, würdest Du…

Dich verstärkt für ökologische Landwirtschaft, eine Ernährungswende hin zu weniger Fleisch und mehr regional angebaute Lebensmittel einsetzen, den ÖPNV und alternative Verkehrskonzepte ausbauen und mich für nachhaltigen Tourismus engagieren, der keine neuen Lifte, Klettersteige, neue Parkplätze und sonstige Eingriffe in die Natur benötigt.

9. Das Ostallgäu ist…

Meine Wahlheimat und mein Kraftort, einer der schönsten Flecken auf der Erde, den es zu schützen gilt.

10. Wenn Du zurückblickst, auf was bist Du in Deinem Leben bisher so richtig stolz?

Auf meine gut geratenen vier Kinder und dass ich es geschafft habe, hier im Allgäu anzukommen, meine Träume zu leben und nach wie vor Freude daran habe, mich weiter zu entwickeln.

11. Was bedeutet Heimat für Dich?

Heimat bedeutet für mich, sich dort wohl zu fühlen, wo man gerade ist. Vor allem in sich und mit sich selbst. Heimat ist für mich eher eine Art Zustand als ein Ort, in dem man sich angenommen und gut fühlt, egal wo und mit wem.

12. Was bedeutet es für Dich, ein „nachhaltiges Leben“ zu führen?

Als erstes sich selbst bewusst zu machen, was man bei sich persönlich ändern kann, bei der Mobilität (mehr mit dem Rad und öffentlich fahren), bei der Ernährung (wesentlich weniger Fleisch und Milchprodukte, wenn dann nur bio und selten, regionale (Bio-)Lebensmittel), weniger und vor allem in den regionalen Geschäften kaufen und nicht beim Versandhandel, weniger in die Ferne reisen, ein artenfreundlicher Garten. Nachhaltig leben heißt für mich aber auch, anderen den Nachhaltigkeitsgedanken nahe zu bringen und meine Mitmenschen in Gesprächen und mit meinem Engagement zu überzeugen, dass jeder und jede etwas ändern kann und Einfluss auf die Politik, Bildungspolitik und Energiewende nehmen sollte….

13. Welches Lebensmotto hast Du?

Genieße jeden Tag, lerne jeden Tag etwas Neues, engagiere dich, habe Freude und bewirke etwas, damit auch die nachfolgenden Generationen jeden Tag genießen können: Love it or change it!