Gemeinsam mit Kreisrätinnen und Kreisräten der Grünen Ostallgäu machte sich Niklas Wagener, grüner Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Landwirtschaftsausschuss, ein Bild von dem Landkreis-Projekt MoorWERT und besuchte die gepachtete wiedervernässte Moorfläche der Familie Schreyer bei Stötten am Auerberg. Der Biolandhof lässt im Rahmen von MoorWERT auf dieser Fläche Galloway-Kreuzungs-Rinder weiden, die nach späterer Ausmast auf dem Hof direktvermarktet werden. Das Projekt wird zu 100 Prozent aus dem Bundesprogramm „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ finanziert. Hierbei geht es darum, Landwirtinnen und Landwirte dabei zu unterstützen, dass sie einstmals trockengelegte Flächen mit neuen nassen Methoden bewirtschaften können. Darüber hinaus werden Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Bewirtschaftungsmethoden gewonnen.
„Hier im Allgäu zeigt sich mit MoorWERT ein wegweisendes Projekt. Die Familie Schreyer steht mit persönlichem Einsatz hinter diesem Projekt. Gerade die Beweidung mit den Rindern zeigt, dass hier Moorschutz und Bewirtschaftung Hand in Hand gehen können. Doch Leistungen für die Allgemeinheit müssen sich auch finanziell lohnen. Es braucht daher gute und auch neue Vermarktungsstrukturen für die Produkte, wie das Fleisch oder auch zum Beispiel Paludi-Produkte aus der Bewirtschaftung und Anbau auf wiedervernässten Mooren für den Bausektor und mehr“, sagte der grüne Bundestagsabgeordnete Niklas Wagener.
Der trockene Sommer hatte auch Auswirkungen auf das Allgäu mit sinkenden Grundwasserständen und wenig Niederschlag, Folgen für die Natur und für die Landwirtschaft. Diese gravierenden Folgen waren ebenfalls Thema bei dem Austausch.
MoorWERT: An das Klima anpassen und neue Wege gehen
„Gerade dieser lange heiße Sommer hat gezeigt, dass unser Wasser knapp wurde, Höfe unter der Trockenheit gelitten haben und die langen Trockenzeiten massive Auswirkungen auf die Natur hatten. Darum brauchen wir jetzt neue angepasste Maßnahmen mit wiedervernässten Wiesen und Mooren. Gerade solche Flächen sind ein natürlicher Wasserrückhalt und durch das Beweiden steigt zudem die Artenvielfalt auf diesen Flächen enorm an. Für diese neuen zukunftsweisenden Methoden braucht es auch ausreichend und dauerhaft Gelder vom Bund. Jetzt gilt es, vorsorgen für schlechte Zeiten“, so die grüne Kreisrätin Maria Wißmiller.


Der Fraktionsvorsitzende der grünen Kreistagsfraktion Günter Räder ergänzte: „Die Familie Schreyer ist seit langem mit Herzblut für eine naturfreundliche Landwirtschaft dabei und eine Pionierin im ökologischen Landbau. Doch der Besuch hat auch gezeigt, ohne die Unterstützung des Landkreises wird es bei dieser Moorfläche nicht funktionieren. Dabei ist die Direktvermarktung von Bio-Produkten, besonders bei Fleisch, ein sehr wichtiger Hebel, der ordnungspolitisch unterstützt werden muss.“
Der Biolandhof vermarktet neben seiner Bioland-Heumilcherzeugung einen Teil seiner Produkte wie Fleisch, Obstbrände und Hundefutter direkt auf dem eigenen Hof. Auch die Mast-Rinder, die auf dem Moos weiden, gehen in die Direktvermarktung. Das Projekt MoorWERT ist eines von vier Pilotvorhaben zum Moorbodenschutz in Deutschland, das vom Bundesumweltministerium in der letzten Legislatur initiiert wurde und gefördert wird. Das Ziel hierbei ist eine umweltverträgliche Moorbewirtschaftung.
Weitere Informationen gibt es hier:
Neben der Beweidung mit an nassen Flächen angepassten Rindern ist Paludikultur eine nachhaltige Bewirtschaftungsform auf wiedervernässten Mooren. Damit werden der Torf und somit das Moor erhalten. Zum Anbau eignen sich nachwachsende Pflanzen wie Schilf, Röhricht, Großseegenried oder Torfmoose. Daraus können Produkte zum Beispiel für die Bauindustrie und Möbelindustrie entstehen.